...aus Schweden
Ein "Fast-Abenteuer"
Schneeschuhwandern ist ja sehr schön – besonders an einem herrlichen Sonnetag in den Bergen nahe Falun in Mittelschweden.
Anfang März hatten wir uns aufgemacht zu einem Kurzurlaub in Mittelschweden. Wir buchten uns eine Hütte an einem zugefrorenen See und wollten von dort Wanderungen in die Natur unternehmen.
Was wir nicht bedacht hatten: Im Winter sind die eh spärlichen Wegzeichen überhaupt nicht zu sehen. Und Wegspuren verlieren unter meterdicker Schneedecke jegliche Kontur.
Aber wozu hat man den Sonnenstand und…..ein GPS mit dabei? Leider gab es da einen Haken. Und so wurde bereits der erste Ausflug ein Abenteuer.
Der Morgen fing mit einem lang anhaltenden Halbdunkel an. Doch schließlich erhellte die Sonne durch den leichten Nebel hindurch blendend die Schneelandschaft. Schnell waren Rucksäcke gepackt und warme Wäsche angezogen.
Bis auf das Knirschen des Schnees unter den Schneeschuhen war nahezu nichts zu hören in der erstarrten Landschaft. Edelsteinen gleich funkelte die Schneeoberfläche und es lief sich herrlich leicht das Tal hinauf.
Eine deutliche Spur lockte uns durch einen dick in Schnee verpackten Wald. Stets auf der Suche nach Fotomotiven wollten wir herausfinden, was da so tief eingesunken war.
Etwa eine Stunde später sahen wir ihn dann da stehen: Ein ausgewachsener Elch, der auf einer offenen Fläche im Schnee scharrte.
Ein atemberaubender Moment, denn mittlerweile stand strahlend die Sonne am Himmel. Leider aus der falschen Richtung. Darum versuchten wir, um den Elch herum zu kommen. Doch in der tief verschneiten Landschaft war das recht mühsam, einen weiten Bogen um den freien Platz zu schlagen.
Irgendwann verschwand der Elch, während wir hinter einigen Bäumen entlang liefen. Und trotz ausdauernder Suche konnten wir ihn nicht mehr einholen.
Schon näherte sich die Sonne auf ihrem niedrigen Bogen dem Horizont, als wir merkten, dass es Zeit für die Rückkehr war. Doch in welche Richtung?
Durch das ständige Hin und Her waren wir uns nicht mehr sicher, wo wir waren. Natürlich wäre es leicht gewesen, der eigenen Spur zurück zu folgen. Aber wir hatten ja ein GPS, und das wies uns den Weg direkt Richtung Osten.
Leider wussten wir da noch nicht, dass dies dennoch nicht der kürzeste Weg sein würde. Eine tiefe Schlucht lag zwischen uns und der Hütte. Langsam wurde es dunkel und wir mussten einen weiten Bogen drum herum wandern.
Schließlich wurde es dunkel und im Licht des GPS suchten wir auf der Karte den richtigen Weg – bis es plötzlich noch dunkler wurde: die Batterien des GPS hatten wegen der Kälte viel früher aufgegeben als erwartet.
Aber Glück im Unglück: In dieser menschenleeren Landschaft gab es nur das Mond- und Sternenlicht….und das Licht der kleinen Ansiedlung. Wir waren gar nicht mehr so weit weg. So konnten wir im fahlen Licht der eiskalten aber klaren Mondnacht den Weg zurück stapfen.
Hätte auch schief gehen können….
